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Die Rehacare ist eine internationale Fachmesse rund um die Themen Rehabilitation, Pflege und Älterwerden. Die am 10. Oktober 2012 durch Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW eröffnete Messe, endete nach vier Tagen mit einer Gesamtbesucherzahl von 51.000 Personen. Neben der Ausstellung von Hilfsmitteln und neuester Technik aus Wissenschaft und Forschung, durch 851 Aussteller aus 32 Ländern, fand am 10. und 11. Oktober ein begleitender Kongress zum Thema „Selbstbestimmtes Wohnen und Pflegen zu Hause“ statt. Das gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft beteiligte sich an dem Kongress mit einem Beitrag über „Wohn- und Lebensqualität durch Technik“.

Das eigene Zuhause als 3. Gesundheitsstandort gewinnt mit Hinblick auf die demografischen Herausforderungen immer mehr an Bedeutung. Die Menschen möchten trotz Hilfsbedürftigkeit zu Hause verbleiben. Außerdem ist zunehmend mit einem enormen Fachkräftemangel, besonders in der Altenpflege, zu kämpfen. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Technik ein wichtiger Baustein, um die Sicherheit der Menschen zu Hause zu erhöhen und die Pflegekräfte zu entlasten. Dabei muss die Technik auf die individuellen Wünsche bedarfsgerecht abgestimmt und eingesetzt werden. Hier setzt das Projekt „ Proviva Light“ an. Das Projekt ist im Jahr 2011 durch die Arbeitsgemeinschaft AAL / Telemedizin unter Leitung von Herrn Bulitz, Geschäftsführer der Firma Gira Giersiepen GmbH und Co. KG ins Leben gerufen worden. Die Projektbeteiligten, bestehend aus der Firma Gira Giersiepen, der Gesundheitsregion KölnBonn , der NovaVita Residenz Bonn, dem CBT- Wohnhaus „Upladin“ in Leverkusen und dem gewi-Institut haben sich zum Ziel gesetzt, bedarfsorientierte individuelle Lösungen zum Einsatz von Technik zu ermitteln, um die Sicherheit im eigenen Zuhause durch moderne Gebäudetechnik zu erhöhen. Hierzu sollten testweise niedrigschwellige Techniklösungen in Bestandswohnungen des betreuten Wohnens der NovaVita Residenz und des CBT-Wohnhauses Upladin eingebaut werden, wobei sich die Bewohner aktiv mit Ihren Meinungen und Wünschen beteiligen und ihre Erfahrungen einbringen konnten.
Bei der Planung und Begehung der Bestandswohnungen der NovaVita Residenz Bonn wurde schnell deutlich, dass dort bereits in überdurchschnittlichem Maße Technik eingesetzt wird. Eine zusätzliche Ausstattung der Wohnungen erschien auch aus Gründen der Kompatibilität der verschiedenen Systeme nicht sinnvoll. Stattdessen wurde eine Befragung der Bewohner des Service-Wohnens der NovaVita Residenz zum Nutzen der vorhandenen Technik durchgeführt.
Im Rahmen der Befragung der Bewohner wurde deutlich, dass jene Bewohner, die einen PC oder einen Tablett-PC nutzen, dies täglich oder wöchentlich und damit regelmäßig tun. Grundsätzlich wird die Technik als bedienungsfreundlich und selbsterklärend empfunden und die Bewohner fühlen sich sicher im Umgang damit. Die Hälfte der Befragten hat angegeben, dass sie dennoch Angst vor Fehlern im Umgang hat.
Bei einem Treffen in der NovaVita Residenz Bonn betonten die Bewohner, dass sie bei Bedarf als „Tester“ für neue Techniken zur Verfügung stünden und sie es als sinnvoll erachten, dass die Technik unter Einbeziehung der Bedürfnisse Älterer entwickelt wird. Das klassische „Senioren-Handy“ beispielsweise würde sich keiner gerne anschaffen, hier müssten attraktivere Lösungen angeboten werden.

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