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ZukunftswerkstattUm den Fachkräftemangel in der Pflege zu mildern, soll über den Einsatz von (computerbasierten) technischen Assistenzsystemen die Pflege effizienter gestaltet und die Pflegefachkräfte entlastet werden. Um die Pflegekräfte auf den Einsatz und im Umgang mit entsprechenden Technologien zu sensibilisieren, wurden im Rahmen des Projektes "Regionale Qualifizierungsinitiative zur Bewäligung des Fachkräftemangels in der Versorgung älterer Menschen" drei Zukunftswerkstätten in Zusammenarbeit mit der AGewiS-  Akademie für Gesundheitswirtschaft und Senioren in Gummersbach durchgeführt.

Folgende Zielsetzungen wurden mit diesen Zukunftswerkstätten verbunden:

  1. Erstes Zusammenführen von Technik und Pflege mit dem Focus der Nutzenanalyse für die berufliche Praxis
  2. Über die Veranstaltungsreihe soll die Machbarkeit einer Qualifizierung zum Thema: Technik in den pflegerischen Versorgungssettings überprüft werden.
  3. Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, welche fachlichen Inhalte für ein Qualifizierungskonzept wichtig sind.
  4. Schaffung von Ergebnissen zur Grundlagenlegung einer Modulentwicklung von Qualifizierungsbausteinen (Basisschulung und hochschulzertifizierter Weiterbildung )

Eine begleitende Befragung der Teilnehmer in allen drei Veranstaltungen lieferte Ergebnisse, die als Grundlage zur Curriculumentwicklung und Integration von Technikaspekten in die Altenpflegeausbildung dienten.

Die Veranstaltungen richteten sich hauptsächlich an die Akteure der Pflegewirtschaft (Auszubildende der Altenpflege, Pflegekräfte, Leitungskräfte aus der ambulanten und stationären Pflege, Praxisanleiter, Lehrer / Lehrkräfte für Pflegeberufe).
Die erste, mit ca. 30 Teilnehmern besuchte Veranstaltung fand bei der AgewiS in Gummersbach statt. Die zwei darauf folgenden Zukunftswerkstätten erfreuten sich einer höheren Besucherzahl- bei der dritten konnten sogar 100 Teilnehmer gezählt werden. Besucher waren Vertreter von Krankenkassen, von Wohlfahrtsverbänden, Altenpfleger/innen, Sanitätshäuser, Pflegeberater und auch die ersten drei Senioren fanden mit Interesse den Weg in die Akademie.
Die Veranstaltung wurde mit Impulsreferaten von Herrn Ludmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fraunhofer iSST Dortmund und Herrn Joska, Produktmanager der Firma GIRA Giersiepen eingeleitet.

Bei der anschließenden Diskussion unter Moderation von Frau Ursula Kriesten, Leiterin der AGewiS, ging es um Kritik und Ideen bei der Technisierung der Pflege. Hier wurden die Teilnehmer aufgefordert ihre Erfahrungen und Bedenken sowie ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Die zwei meistgenannten Kritikpunkte waren die Angst vor dem gläsernen Menschen, der überwacht wird, die Kontrolle abgibt und sich bevormundet oder in seiner Kommunikation eingeschränkt fühlt sowie der Punkt der Kostenübernahme bei Anschaffung, aber auch Reparatur und Wartung der Technik. Auch gibt es Bedenken, dass mit Zunahme der Technik die persönlichen Kontakte ersetzt würden und eine Vereinsamung stattfindet. Bei den Ideen stand der Wunsch, dass Technik Mobilität erhöht, im Vordergrund. Außerdem wurde Technik gewünscht, die unterstützt, aber nicht als Technik wahrgenommen wird. Auch Benutzerfreundlichkeit und Gebrauchstauglichkeit sind Anforderungen, die verstärkt in der Produktentwicklung und –gestaltung berücksichtigt werden müssten.

Die Evaluation der Zukunftswerkstätten sowie der Befragung stellen wir gerne auf Anfrage zur Verfügung.

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